Das Haus...

 

... entdeckten wir 2010 im Internet, wo es als „Verwunschenes Forsthaus“ zum Verkauf angeboten wurde. Ein Forsthaus war es wohl nie, aber könnten Mauern erzählen, viele Geschichten gäbe es zu hören. Wir schließen das aus dem, was uns so nach und nach erzählt wurde. Jemand sagte, es wäre einmal Gasthaus gewesen, andere widersprachen dem. Manches hörten wir von Leuten, die vorbeigeschaut haben, es aus früheren Zeiten kennen und schauen wollten, was inzwischen geworden ist. Anderes von Leuten aus dem Dorf und von heutigen Nachbarn. Tatsache scheint zu sein, das Haus hat etliche wechselnde Bewohner/Besitzer gesehen. Übereinstimmend schilderten alle, eine alte Frau habe es lange ganz allein bewohnt. Ein entfernter Nachbar sprach von „Großmütterchens Häuschen“. Die alte Dame wohl, von der auch andere gesprochen hatten. Ob dies die erste Besitzerin war, wir konnten es noch nicht in Erfahrung bringen. Die alte Frau habe früher regelmäßig Fremde mit der Mistgabel vom Grundstück gejagt, mit den Hühnern im Haus geschlafen und die Eier im Kleiderschrank neben den Mottenkugel aufbewahrt. Na ja, was Wahrheit und was Märchen, wir wissen es nicht. Eine große uralte Mistgabel haben wir jedenfalls bei noch vorhandenen Gerätschaften entdeckt. Jedes Mal, wenn die Mistgabel heute zum Einsatz kommt, denken wir unweigerlich an die alte Dame. Es war wohl so, dass einige hier bei "Großmütterchen" die Ferien verbracht haben oder Wochenenden, auch zum Helfen im Garten. Von weiteren Gebäuden wird berichtet, einen Anbau und von Scheunen, von denen heute nichts mehr existiert. Offenbar war ein Teil des Hauses ab und an Gäste vermietet, eine ältere Frau berichtete, sie hätte früher auf dem Speicher übernachtet usw. Wir werden vielleicht noch Näheres erfahren mit der Zeit. Keine Ahnung also, wie alt das Haus tatsächlich ist. Es existieren Unterlagen, erstellt von einem Architekten im Jahr 1954. Ob dies der Zeitpunkt des Hausbaues war oder der Plan nur wegen eines Umbaues angefertigt wurde? 50 cm dickes Sandsteinmauerwerk lässt eher vermuten, es könnte durchaus wesentlich älter sein, erbaut aus Überresten alter Gemäuer, die in früheren Zeiten als verstreut liegende Einzelhöfe abseits des Ortes existierten. Mit den Jahren wurde modernisiert, so dass das Häuschen heutige Ansprüche erfüllt. Wie auch immer – das Gemäuer hat Charme, Flair und Geschichte. Spannend es zu bewahren bzw. Verborgenes wieder hervor zu holen.

 

Bei einer der ersten Arbeiten draußen im Garten fanden wir ein altes verrostetes Hufeisen. Vielleicht wird es zu unserem Glücksbringer, der uns viele Jahre an diesem schönen Fleckchen Erde schenkt.

 

 

Ein Foto aus dem Verkaufs-Inserat und ein erstes Bild beim Besichtigen im Januar 2011: